Die Auswirkung der Corona Krise auf Schwimmbad Betreiber

COVID-19 und der Badebetrieb

Corona - Auswirkung der Corona Krise auf Schwimmbad Betreiber
Corona - Auswirkung der Corona Krise auf Schwimmbad Betreiber

Die Auswirkung der Corona Krise auf Schwimmbad Betreiber

Das lange Warten in der Corona Krise hat nun endlich ein Ende: Die Schwimm- und Freibäder haben von den Landesregierungen grünes Licht erhalten und können, bei vorhandenen geeigneten Hygienekonzepten, die Badesaison 2020 eröffnen.

Was bei Badebegeisterten und passionierten Schwimmern wahre Glücksgefühle auslöst, freut auch die Badbetreiber. Nichtsdestotrotz stellt sich ihnen die Frage: Lohnt es sich überhaupt zu eröffnen?


Vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen zieht es die Menschen bundesweit ans und ins Wasser. Dicht an dicht drängten sich in den vergangenen Jahren Badegäste und Sonnenanbeter auf den Liegewiesen der Freibäder.

Doch in diesem Jahr ist alles anders, das Corona Virus macht den Schwimmbadbetreibern und Badegäste einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Vorbei sind Besucherzahlen von fast dreitausend an einem Tag in einem mittelgroßen Freibad.

Die Auflagen, welche durch die Landesregierungen den Bäderbetrieben auferlegt haben, damit die Bäder überhaupt eröffnet werden können sind immens und stellen für die Betriebe eine große Herausforderung dar. Gute Konzepte und viel Kreativität bei der Lösungsfindung sind hierbei gefragt.

Corona - Konkrete Hinweise der VKU-Projektgruppe in Hessen für die stufenweise Öffnung
Corona – Konkrete Hinweise der VKU-Projektgruppe Schwimmbad in Hessen für die stufenweise Öffnung

 

Konkrete Hinweise der VKU-Projektgruppe in Hessen für die stufenweise Öffnung

Langsam, aber sicher läuft die Badesaison an. Für die Ausarbeitung der Konzepte hat die VKU-Projektgruppe in Hessen einen groben Vorgabenplan erstellt. Diesen gilt es für Betreiber auf ihre Bäder anzupassen, auszuarbeiten und bei den örtlichen Behörden vorzulegen.

Die stufenweise Öffnung der Freibäder sieht darin vor, die Quadratmeterzahl pro Badegast auf 20 Quadratmeter Liegefläche zu begrenzen.

In den Wasserbecken soll sich nicht mehr als eine Person pro zehn Quadratmeter aufhalten. Dabei gilt es darauf zu achten, dass sich die Zahlen nicht überschneiden. Eine Badeaufsicht müsste daher gegebenenfalls den Zugang zu den Schwimmbecken regulieren und auf die genaue Anzahl der Schwimmer sowie die Abstände im Wasser achten.

Ähnlich wie bei den Restaurants sollten auch in Schwimm- und Freibäder Gästelisten geführt werden.

Damit lange Warteschlangen an den Kassen möglichst vermieden werden, werden Reservierungen und Voranmeldungen in Betracht gezogen. Während der ersten Betriebsphasen bleiben innenliegende Umkleidekabinen sowie Duschräume geschlossen. Zum Abduschen vor und nach dem Badegang gilt es die, sofern vorhandenen, Außenduschen zu nutzen.

Corona - Maskenpflicht in der Öffentlichkeit
Corona – Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Doch ist dies in einem Schwimmbad auch umsetzbar?

 

Doch ist dies in der Realität auch umsetzbar?

Bereits in den vergangenen Jahren standen Badbetreiber, vor allem von kleineren örtlichen Badbetreibern wie Städte und Kommunen vor dem großen Problem ausreichend Schwimm- und Bademeister, um den regulären Schwimmbadbetrieb zu beaufsichtigen.

Laut dem Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister Peter Harzheim fehlten bereits im Sommer 2019 über 2500 ausgebildete Schwimmmeister deutschlandweit.

Für Hessen bedeutete dies, seiner Schätzung nach, 400 unbesetzte Stellen. In dieser Folge wurden bereits in der Vergangenheit Bäder vorübergehend oder teilweise geschlossen. Anderenorts griff man auf die örtlichen DLRG Ortsgruppen und Rettungsschwimmer zurück, um das Personalloch zu füllen.

Die tatsächliche Sicherheit der Badegäste zu garantieren, war bereits vor Ausbruch der Corona Pandemie aufgrund der dünnen Personaldecke schwierig.

Die wohl größte Hürde für die Öffnung der Bäder ist deshalb der Bedarf an zusätzlichem Personal, damit nicht nur die Badesicherheit gewährleistet ist, sondern auch die Hygienekonzepte eingehalten werden.

Neben dem Schutz vor Ertrinken weitet sich das Aufgabenfeld der Schwimmmeister darauf aus, dass die Abstandregelungen auf der Wiese, im Wasser, in den Warteschlangen an den Kassen sowie den Toiletten und Duschen eingehalten werden.

Hinzukommen verstärkte Reinigungs- sowie Desinfektionsmaßnahmen. Während große Bädergesellschaften über einen großen Personalschlüssel verfügen, wird es für kleinere Betriebe und örtliche Bäder eng.

Corona - Folgen bei Ausfall der Badesaison
CORONA – CVOVID-19  Ist dies in der Realität in einem Schwimmbad auch umsetzbar? Mit 2 m Abstand!

 

Corona Lösungsansätze

Die ersten Freibäder konnten bereits ein Hygienepaket schnüren und wirksame Konzepte erstellen, welche von den örtlichen Behörden abgenommen wurden. So werden die getroffenen Maßnahmen und Regelungen auf den Internet- und Social Media Seiten der Bäder bereits klar mit dem Badegast kommuniziert. Hier lässt sich zumeist auch die maximale gestattete Anzahl an Badegästen für das jeweilige Bad einsehen.

Einige Betriebe waren besonders kreativ und haben ein Ampelsystem eingeführt, welches die aktuelle Auslastung des Schwimmbades anzeigt. Potenzielle Gäste können so bereits von Zuhause sehen, ob noch Platzkapazitäten vorhanden sind und sich eine Anreise lohnt. Auf das Tragen des Mund- und Nasenschutzes wird vor allem in den Warteschlangen hingewiesen, während des Schwimmens kann darauf verzichtet werden.

Doch all die Maßnahmen bringen nichts, wenn sich die Badegäste nicht daranhalten. Daher ist es unabdingbar, dass sich Bäder personell verstärken. Neben qualifizierte Badeaufsicht für einen sicheren Badegang sollten daher weiteres Aufsichtspersonal, ähnlich wie in den Supermärkten, vorhanden sein, um den Abstand auf den Liegewiesen, sowie den Warteschlangen vor Toiletten und dem Kiosk zu beaufsichtigen. Hinzu kommt auch das Verhalten des Personals bei Notfällen.

 

Lohnt eine Eröffnung in diesem Jahr überhaupt?

Immer wieder wurden bereits in den vergangenen Jahren Hallen- und Freibäder geschlossen. Neben dem Mangel an Fachpersonal fehlte es häufig an Geldern, um den Sanierungsstau zu beheben und den regulären Betrieb und die damit verbunden Kosten für Wasser, Technik und Hygiene zu stemmen.

Hinzu kommen neben den ohnehin schon hohen Betriebskosten der Anlagen die Kosten für möglicherweise zusätzliches Personal zur Einhaltung der neuen Regelungen, falls die vorhandene Personaldecke nicht ausreicht.

Wenn, aufgrund der Abstandsregelungen und Nutzungsrichtlinien, nur noch ein Drittel der möglichen Badegäste täglich das Bad besuchen können, so ist der Verlust bei den Betreibern vorhersehbar. Vor allem für Kleinstädte stellen die laufenden Kosten für die Schwimmbäder eine große finanzielle Belastung des Haushaltes da, weshalb sich immer mehr Fördervereine gründen, um die kleineren Bäder zu unterstützen und am Leben zu erhalten.

Es ist daher unabdingbar, dass gerade die Kommunen von Seiten der Landespolitik finanziell unterstützt werden, um eine Eröffnung zu ermöglichen oder zumindest dafür zu sorgen, dass, für den Fall, dass die Bäder nicht öffnen können, dies zumindest im kommenden Jahr möglich sein wird. Denn eines sollte nicht vergessen werden: Schwimmbäder bieten nicht nur Vergnügen, sie bieten auch Sicherheit.

COVID 19 - Folgen bei Ausfall der Badesaison 2020
COVID 19 Krise – Und die Folgen bei Ausfall der Badesaison 2020

 

Folgen bei Ausfall der Badesaison 2020

Betriebswirtschaftlich rentabel ist eine Eröffnung gerade für kleinere Freibäder mit geringer Liegefläche sicherlich nicht. Allerdings sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass gerade bei hochsommerlichen Temperaturen, das Bedürfnis der Menschen steigt sich, an Wasser- und Badestellen, zu erfrischen. Meteorologen haben schon in den ersten Frühlingsmonaten einen heißen Sommer für das Jahr 2020 vorhergesagt.

Bleiben jedoch aufgrund der hohen Auflagen und mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit die Freibäder größtenteils geschlossen. Werden die Menschen ihre Suche nach Erfrischung sicherlich nicht aufgeben und eigenständig nach Alternativen suchen. In Betracht werden dann möglicherweise Seen ohne jegliche Badeaufsicht und Hygienekonzept oder gar Flussufer gezogen.


Dies könnte, neben eines erhöhten Ansteckungsrisikos durch das Virus, aufgrund der fehlenden Kontrolle der Einhaltung von Abstandsregelungen, auch eine Erhöhung der Zahl von Ertrinkungsopfern zur Folge haben. Gerade an Seen und Flüssen ohne Badeaufsicht ist das Abkühlen und Schwimmen im Wasser nicht abgesichert.

Drüber hinaus bieten die Schwimmmeister, örtlichen Schwimmvereine sowie die DLRG jeden Sommer in den Freibädern der Republik Schwimmkurse für Erwachsene und Kinder an.

Sollten diese, aufgrund des Ausfalls der Badesaison nicht stattfinden, so können die Teilnehmer der Kurse nicht fachmännisch und unter Aufsicht das Schwimmen lernen. Die Zahl der Nichtschwimmer schiebt sich für das Jahr 2021 auf. Deshalb ist möglicherweise auch im nächsten Jahr mit erhöhten Ertrinkungsfällen zu rechnen.

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6 Kommentare

  1. Bei uns ist das ähnlich! Mittlerweile ist alles fertig, aber wir wissen noch nicht wie wir die Abstandsregeln auf der Liegewiese im Freibad umsetzen sollen. Alles Absperren sieht auch nicht schön aus. Ein paar tolle Tipps sind angebracht.

    Grüße Sabine

    • Ihr habt beide Post! 😉

      Die Konzeptentwicklung bezieht sich auf alle Maßnahmen und Einschränkungen der Länder.
      Nicht zutreffendes für euer Bad einfach streichen…

      Bei Fragen könnt ihr euch gerne melden!

      Maurice

  2. Hi, wir haben unser Hygienekonzept nun drei mal ändern müssen und haben nicht mal geöffnet! Bald wöchentliche Abänderungen der Maßnahmen und das nervt, kostet Geld und hält uns von der Arbeit ab.
    Das schriftliche frisst mehr Ressourcen als wir eigentlich zur Verfügung haben. 🙁

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